Wissen - Ernährung

Gesunde Ernährung beginnt mit dem, was wir gerne essen

Diäten sind mit Diätkrankheit verwandt

Ernährungsempfehlungen sind ansteckend. Ein Teil der Angesteckten wird davon sogar krank. Diätkrankheit heisst das. Eine typische Form der Diätkrankheit ist die Orthorhexie: Der Betroffene ist den ganzen Tag nur noch damit beschäftigt, nichts Falsches zu essen. Weniger schädliche Formen der Diätkrankheit sind Fettphobie, Cholesterinwahn, Carbo-Obsession und Proteinomanie. Zu den gutmütigen Formen kann man zB Makrobiotik, Rohkost-Tick, Trennkost u.ä. rechnen.

Alle Diätobsessionen verlangen Verzicht und versprechen Genuss. Dabei ist es doch so einfach, gesund zu essen und zufrieden vom Tisch aufzustehen. Es genügt, unser Menu nicht nach ideologischen Prinzipien zusammenstellen. Fangen wir einfach damit an, grobe Fehler zu vermeiden: Bei den Kohlehydraten sind diese gang und gäbe. Bei den Fetten wird die Lage verkannt, bei den Proteinen ist sie umstritten.

Ganz am Anfang steht aber der Trugschluss "schlank = gesund". Solange wir diesem Vorurteil unterliegen, kann das Essen gar keinen Spass machen. Gesundes Essen macht weder schlank noch dick. Das Resultat richtiger Ernährung ist vielmehr ein gesunder Metabolismus, normale Blutfett- und Blutzuckerwerte, das Gefühl, im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein.

    

Qualität vor Quantität

Fette sind die Geschmacksträger schlechthin, also wollen wir nicht darauf verzichten. Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren machen beim Geschmack keinen Unterschied, wohl aber beim Fett-Gleichgewicht. Wenn wir das Gewicht zu Gunsten der Ungesättigten verlagern, leisten wir unserer Gesundheit einen guten Dienst. Mit Cholesterinwahn hat das nichts zu tun, eher mit Omega3-Mangel.

Als Energiespender nutzen wir vorwiegend Kohlehydrate. Sind es raffinierte Produkte wie Pasta oder Reis, enthalten sie ausser Kalorien kaum irgendwelchen Nährwert. Solange wir diesen Superbrennstoff für Superleistungen verbrauchen, geht alles gut. Bei weniger anstrengendem Lebenswandel empfiehlt es sich aber, Vollkornprodukte zu wählen. Deren Ballast- und Vitalstoffe verhindern dann, dass der Energieüberschuss direkt ins Depot geht.

Als Baustoffe benötigen wir Proteine. Es gibt sie in tierischer und in pflanzlicher Form, die Vorlieben sind unterschiedlich. Ein kleiner Vorbehalt gegenüber dem Fleisch ist allerdings dann angebracht, wenn es aus industrieller Tierzucht stammt. Zur Reduktion der dort allzu reichlich vorhandenen gesättigten Fettsäuren empfiehlt es sich, Fleisch öfter durch Fisch zu ersetzen. Ausser Sie ziehen Fleisch von Wild oder von Weidetieren vor.

Schliesslich die geheimnisvollsten Gesundheitsfaktoren, die Vitalstoffe. Die Wenigsten davon kennen wir. Erwiesen ist allerdings, wo praktisch alle diese Substanzen stecken: in Früchten und Gemüse! Der Hauptteil unserer täglichen Ernährung sollte daher aus Gemüse und Obst bestehen. Richtige Ernährung spiegelt einen gesunden Stoffwechsel. Darum ist die Lebensqualität stark vom Speisezettel abhängig. Was wir darüber alles wissen, kann viel zu unserem Wohlbefinden beitragen.